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35 Jahre Obsidian – im Gespräch mit Abteilungsleiter Hörakustik Harald Schorr

Obsidian feiert 35-jähriges Jubiläum: Aus drei Filialen in Rathenow, Genthin und Nauen ist ein Unternehmen gewachsen, das heute mit mehreren Standorten in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Berlin arbeitet, ein eigenes Fachlabor betreibt und selbst ausbildet. Wir haben mit Abteilungsleiter Hörakustik Harald Schorr über die vergangenen Jahre sinniert.

35 Jahre Obsidian – im Gespräch mit Abteilungsleiter Hörakustik Harald Schorr

Die Hörakustik-Branche verändert sich stetig

Harald Schorr, Abteilungsleiter Hörakustik bei Obsidian und langjähriger Begleiter der Unternehmensentwicklung, bringt den technologischen Wandel ohne Umschweife auf den Punkt: „Von analog über automatisch, über digital programmierbar, über volldigital bis hin zur KI in Hörgeräten.“ Damit beschreibt er auch den Takt, in dem sich die Branche verändert hat. Heute, sagt er sinngemäß, seien die Produktzyklen so kurz wie nie zuvor – und genau das verändere die tägliche Arbeit massiv.

Aber nicht nur die Technologie hat sich weiterentwickelt. Auch die Rolle der Beratung hat sich verändert: Früher sei es stärker um das Gerät gegangen, heute um strukturierte Prozesse, Hörtraining und systematische Anpassung. Im Unternehmen habe man darauf mit neuen Konzepten und Verfahren reagiert, unter anderem mit modernen Mess- und Anpassmethoden sowie der Integration von Hörtraining direkt in die Versorgung.


Der Wettbewerb wird härter – auch in der Hörakustik

Dass sich der Markt insgesamt stark verdichtet hat, gehört für Schorr ebenfalls zur Realität der letzten Jahrzehnte. Die Zahl der Wettbewerber sei deutlich gestiegen, sagt er sinngemäß, was den Druck auf Qualität und Effizienz erhöht habe. Gleichzeitig habe man intern Strukturen geschaffen, um genau darauf reagieren zu können – unter anderem durch ein eigenes Labor und eine Werkstatt, in der Otoplastiken und Im-Ohr-Systeme selbst gefertigt werden.

Harald Schorr und seine Rolle bei Obsidian

Auf die Frage nach seiner persönlichen Rolle wird Schorr konkret: „Ich habe verschiedene Fachgeschäfte im Unternehmen geführt und mit aufgebaut.“ Diese Erfahrung habe ihn geprägt, vor allem im Umgang mit unterschiedlichen Teams und Standorten. Seine größten Herausforderungen: wechselnde Teams, neue Eröffnungen, unterschiedliche Dynamiken – und die Notwendigkeit, immer wieder neu zu sortieren und zu führen.

Besonders deutlich wird seine Haltung, wenn es um den Kern der Arbeit geht. „Im Prinzip der Aufbau und die Führung der Hörakustik im Unternehmen“, sagt er über das, worauf er heute am meisten zurückblickt. Vieles andere sei daraus entstanden – Strukturen, Prozesse, aber auch gewachsene Beziehungen.

Diese Beziehungen spielen für ihn eine zentrale Rolle. „Ich pflege gute Kontakte und die Beziehung auf Augenhöhe“, sagt Schorr. Das sei über die Jahre konstant geblieben, auch wenn sich Technik und Abläufe stark verändert haben. Gerade in der Hörakustik sei Vertrauen ein entscheidender Faktor, und das lasse sich nicht technologisieren.

Auch intern habe sich das Team stark entwickelt, beschreibt er. Manche Mitarbeitende seien sehr offen für Neues und trieben Veränderungen aktiv voran, andere hätten sich schwerer getan. „Einige Neu-Zugänge haben enttäuscht, von anderen bin ich begeistert“, sagt er offen. Entscheidend sei am Ende, dass man sich kenne und gemeinsam wachse.

„Bisher hat keine technologische Revolution den Beruf ersetzt – nur verändert“

Die kommenden Jahre sieht er vor allem unter dem Eindruck von KI-Entwicklung und zunehmender technischer Dynamik. „Immer auf dem aktuellsten Stand bleiben, widerstandsfähiger werden gegen äußere Einflüsse“, formuliert er die Einstellung, die für ihn auch in den nächsten fünf bis zehn Jahre gilt.

Besonders spannend sei für ihn die Rolle der künstlichen Intelligenz in Hörsystemen. „Es werden Dinge möglich, von denen man schon immer geträumt hat“, sagt er. Gleichzeitig schwingt darin auch die Erfahrung mit, dass keine technologische Revolution bisher den Beruf ersetzt hat – lediglich verändert.

Am Ende gibt er noch einen Rat für die nächste Generation. „Neugierig bleiben, nicht stehen bleiben“, sagt Schorr. Mehr brauche es aus seiner Sicht nicht als Grundhaltung – alles andere entwickle sich daraus.

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