Seit dem 28.1. testetet der Flughafen Frankfurt an zwei Gates die Bluetooth-Technologie Auracast. Zwei Monate lang können Reisende nun an Gate A16 und A17 im Terminal 1 Durchsagen über ihre Hörgeräte oder Kopfhörer empfangen – aber wie geht’s danach weiter? Wir waren bei der Eröffnung und haben erfahren, was nach Ablauf der zwei Monate geschieht und welche Herausforderungen die Testphase mit sich bringt.

Erster Flughafen weltweit mit Auracast-Durchsagen
Als erster Flughafen weltweit startete der Flughafen Frankfurt nun eine Auracast-Testphase: Auf zwei Gates können sich Reisende nun mit ihrem Smartphone und kompatiblen Hörsystemen oder Kopfhörern in den jeweiligen Stream einwählen und die Gate-Durchsagen empfangen. Dies sei ein großer Schritt in Richtung Barrierefreiheit, erklärte uns Alexander Laukenmann, Senior Vice President Aviation, Fraport AG: “Wir haben gerade für Menschen mit einer Höreinschränkung noch keine technische Lösung gefunden, wie wir die wichtigen Gate-Announcements direkt verständlich machen können. Und da ist Auracast die perfekte Möglichkeit.”
Die Testphase soll zwei Monate andauern. In dieser Zeit werde das Feedback der Passagiere gesammelt. Eine Herausforderung sei in diesem Zeitraum, die Leute überhaupt darauf aufmerksam zu machen. Menschen würden Zeit brauchen, um sich an neue Technologiene zu gewöhnen – großflächige QR-Codes, über die man sich in den jeweiligen Stream einwählen kann, sollen hier direkt Aufmerksamkeit schaffen und auf Fragebögen verweisen. “Dann sieht man auch, wie viele Menschen das genutzt haben”, so Laukenmann. Nach Ablauf der Testphase würde man überlegen, wie es weitergeht – aber da ist Alexander Laukenmann zuversichtlich: “Nach zwei Monaten bewerten wir das und werden das aller Voraussicht nach hier am Flughafen Frankfurt ausrollen.”
Auracast ist eine Plug-and-Play-Lösung
Der Flughafen Frankfurt dient hier als Vorbild für weitere Flughäfen, aber auch andere öffentliche Infrastruktureinrichtungen. Ein riesiger Vorteil sei die einfache Einrichtung, welche in Zusammenarbeit mit Sittig Technologies und GN Hearing vonstattenging. Die Herausforderungen lagen lediglich darin, die richtigen Transmitter auszuwählen und Interferenzen mit anderen Signalen vor Ort auszuloten – beispielsweise WLAN-Spots. Das sei aber eigentlich nur ein optimieren der vorhandenen Mittel – und das dauere nicht lang. “Innerhalb von einem Tag war das ganze eingerichtet”, so Laukenmann.
Plug and Play ist hier die Devise – selbst bei einer so großen Einrichtung wie dem Flughafen Frankfurt. Hier wird es sicherlich den ein oder anderen Nachahmer geben. Und das schönste daran ist: Als Bluetooth LE Audio und Auracast vor ungefähr drei Jahren eingeführt wurden, wurden genau diese Use-Cases genannt, die nun Realität zu werden scheinen.







