Die Arbeitsgemeinschaft Gesundheitshandwerke im Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) ist neues ordentliches Mitglied im Beirat der gematik. Damit erhalten die Gesundheitshandwerke erstmals direkten Zugang zu einem wichtigen Gremium bei der Weiterentwicklung der digitalen Infrastruktur im Gesundheitswesen. Die Interessenvertretung übernimmt Marianne Frickel, Präsidentin der Bundesinnung der Hörakustiker a.D.

Hintergrund: gematik und Telematikinfrastruktur
Die gematik GmbH ist als Nationale Agentur für Digitale Medizin für die Planung, Entwicklung und den Ausbau der Telematikinfrastruktur (TI) in Deutschland verantwortlich. Die TI bildet als geschütztes digitales Netzwerk die technische Grundlage für zentrale Anwendungen wie die elektronische Patientenakte (ePA), das E-Rezept oder die elektronische Verordnung (eVerordnung). Ziel ist es, die Akteure im Gesundheitswesen digital zu vernetzen, Prozesse zu vereinheitlichen und gleichzeitig den Anforderungen an Datenschutz und Datensicherheit gerecht zu werden. Die Anbindung an die TI ist, wie wir berichteten, für alle Leistungserbringer gesetzlich vorgeschrieben.
Ziele im Beirat: eVerordnung für Hilfsmittel und Zugriff auf die ePA
Im Beirat bringt die AG Gesundheitshandwerke die Sichtweise von rund 35.000 Betrieben mit etwa 200.000 Beschäftigten ein. Der Zusammenschluss umfasst die Bundesinnung der Hörakustiker (biha), den Zentralverband der Augenoptiker und Optometristen (ZVA), den Bundesinnungsverband für Orthopädie-Technik (BIV-OT), den Spitzenverband der Orthopädieschuhtechnik (SpiOST) sowie den Verband Deutscher Zahntechniker-Innungen (VDZI).
Ein zentrales Anliegen der AG ist die praxisnahe Umsetzung der eVerordnung für Hilfsmittel, deren verpflichtende Einführung zum 1. Juli 2027 geplant ist. Ziel ist es, Schnittstellen zu schaffen, die den digitalen Versorgungsalltag effektiv unterstützen. Zugleich setzt sich die AG dafür ein, dass Gesundheitshandwerke künftig zumindest Lesezugriff auf die ePA erhalten – perspektivisch auch mit erweiterten Rechten zur Dokumentation. Die ePA soll ab Januar 2025 allen gesetzlich Versicherten zur Verfügung stehen, sofern diese nicht aktiv widersprechen.
Ausblick: Die Zukunft der digitalen Gesundheitsversorgung mitgestalten
Mit der Beiratsmitgliedschaft erhalten die Gesundheitshandwerke die Möglichkeit, praktische Anforderungen frühzeitig in digitale Prozesse einzubringen und die Entwicklung nutzerorientierter Lösungen mitzugestalten. Durch den direkten Austausch mit Akteuren aus Medizin, Pflege, IT und Kostenträgern wird so ein wichtiger Beitrag geleistet, um die Digitalisierung der Gesundheitsversorgung breiter und tragfähiger aufzustellen – auch jenseits der klassischen ärztlichen Versorgung.






