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MED-EL-Gründer erhalten Queen Elizabeth Prize for Engineering 2026

Was einst als kühne Idee in einem Wiener Labor begann, hat das Leben von Millionen Menschen auf der ganzen Welt verändert. Die Rede ist von den MED-EL-Gründern Ingeborg und Erwin Hochmair, deren bahnbrechende Arbeit an Cochlea-Implantaten nicht nur die Medizintechnik revolutionierte, sondern auch den Grundstein für ein Unternehmen legte, das heute als globaler Branchenführer gilt. Laut Mitteilung werden die beiden Pioniere nun mit dem renommierten Queen Elizabeth Prize for Engineering 2026 ausgezeichnet – eine Ehrung, die ihr Lebenswerk würdigt und die Bedeutung langfristiger wissenschaftlicher Visionen unterstreicht.

MED-EL-Gründer erhalten Queen Elizabeth Prize for Engineering 2026
Erwin und Ingeborg Hochmair (Bild: © MED-EL)

Ingeborg und Erwin Hochmair, Gründer des Hörimplantat-Pioniers MED‑EL, werden 2026 mit dem Queen Elizabeth Prize for Engineering ausgezeichnet. Die beiden Forscher revolutionierten mit der Entwicklung des ersten mikroelektronischen Mehrkanal‑Cochlea‑Implantats die Medizintechnik – und legten damit den Grundstein für ein weltweit tätiges Unternehmen, das bis heute den Standard für innovative Hörlösungen setzt.

Der Queen Elizabeth Prize for Engineering gilt als die international bedeutendste Auszeichnung im Ingenieurwesen. Er wird alle zwei Jahre in London verliehen und ehrt Persönlichkeiten oder Teams, deren technische Innovationen das Leben von Millionen Menschen nachhaltig verbessert haben. Frühere Preisträger reichten von den Erfindern des World Wide Web bis zu den Entwicklern von GPS – nun reiht sich das österreichische Forscherehepaar in diese Liste ein.

Wie alles begann: Von Wien in die Welt

In den 1970er Jahren trafen sich die beiden ambitionierten Wissenschaftler an der Technischen Universität Wien. Ihr gemeinsames Ziel war klar: den Hörverlust als Barriere für Kommunikation und Lebensqualität zu überwinden.
Mit der Entwicklung des weltweit ersten mikroelektronischen Mehrkanal-Cochlea-Implantats gelang ihnen ein wissenschaftlicher und technischer Durchbruch, der 1977 in der ersten erfolgreichen Implantation am Universitätsklinikum Wien gipfelte. Zwei Jahre später ermöglichte der erste hinter-dem-Ohr getragene Audioprozessor erstmals ein Hören ohne Lippenlesen – ein kleiner Schritt für die Technik, aber ein großer Fortschritt für die Menschheit.

MED-EL: Vom Hidden Champion zum Global Player

1990 gründeten die Hochmairs MED-EL in Innsbruck. Mit nur vier Mitarbeitern starteten sie den Aufbau des Unternehmens und entwickelten unermüdlich neue Produkte. Bereits 1991 setzte der erste HdO-Sprachprozessor neue Maßstäbe in der Hörqualität von Patienten.
In den folgenden Jahren prägte MED-EL die Branche entscheidend: von Mehrkanal-CIs mit hoher Übertragungsrate über beidseitige Implantationen bis hin zu innovativen Lösungen wie BONEBRIDGE und dem kabellosen RONDO-System.
Laut Unternehmensangaben werden heute über 95 % der Implantate in mehr als 130 Länder exportiert. Damit hat MED-EL nicht nur die Technologie der Hörimplantate kontinuierlich vorangetrieben, sondern weltweit das Leben von Menschen mit Hörverlust grundlegend verbessert.

Technologie trifft Mensch: Mehr als Geräte

Das Besondere an MED-EL ist der unermüdliche Fokus auf die Verbindung von Ingenieurskunst und menschlichem Nutzen. Jede Produktinnovation – ob SYNCHRONY EAS für partiellen Hörverlust oder die nicht-invasive Hörlösung ADHEAR – verfolgt ein gemeinsames Ziel: die Lebensqualität der Nutzer zu steigern.
Die Hochmairs zeigen eindrucksvoll, dass Technologie nur dann wirklich revolutionär ist, wenn sie den Menschen in den Mittelpunkt stellt.

Erwin und Ingeborg Hochmair (Bild: © MED-EL)
Ingeborg und Erwin Hochmair (Bild: © MED-EL)

Ingeborg Hochmair fasst es treffend zusammen: „Cochlea-Implantate galten einst als unmöglich. Heute zeigen sie, was erreicht werden kann, wenn alle Beteiligten auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten.“

Die Auszeichnung mit dem Queen Elizabeth Prize for Engineering ist mehr als ein Ritterschlag für Ingeborg und Erwin Hochmair – sie ist die Würdigung einer Vision, die 1977 begann und bis heute anhält. MED-EL steht für die Symbiose aus wissenschaftlicher Hartnäckigkeit, technologischem Innovationsgeist und echtem menschlichem Nutzen. Wer die Geschichte der Cochlea-Implantate nachvollzieht, erkennt: Manchmal genügt eine mutige Idee, um die Welt zu verändern. Genau das haben die Hochmairs geschafft – ein Meilenstein, der das Hören dauerhaft neu definiert hat.

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