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Nach Frankfurt jetzt auch München: Auracast-Test an sechs Gates des Flughafens

Nach dem erfolgreichen Start der Auracast-Testphase am Flughafen Frankfurt zieht nun auch der Flughafen München nach. Gemeinsam mit Sittig Technologies startet Bayerns größter Airport ein Pilotprojekt, bei dem Reisende Gate-Durchsagen direkt auf ihre Hörgeräte, Kopfhörer oder Earbuds empfangen können. Während Frankfurt zunächst mit zwei Gates begann, geht München direkt einen Schritt weiter und startet ab dem 14. Juli an sechs Gates in zwei Terminals.

Nach Frankfurt jetzt auch München Auracast an sechs Gates des Flughafens

Auracast an sechs Gates des Flughafens München

Der Flughafen Frankfurt startete Ende Januar als erster Flughafen weltweit Auracast-Durchsagen. Bei der Presseveranstaltung vor Ort fanden sich auch Vertreter des Flughafens München ein – und ließen sich offensichtlich von dem Konzept überzeugen: Nur wenige Monate später, am 14. Juli, startete nun auch dort ein Auracast-Testlauf.

Am Flughafen München werden die Auracast-Streams künftig an den Gates A42/A43 und A44/A45 in Terminal 1 sowie an den Gates G31 und G32 in Terminal 2 verfügbar sein. Passagiere können sich per QR-Code oder direkt über kompatible Geräte mit dem jeweiligen Audiostream verbinden und die Gate-Durchsagen in Echtzeit empfangen.

Für Reisende mit Hörbeeinträchtigungen bedeutet dies einen Gewinn an Verständlichkeit. Statt auf Lautsprecherdurchsagen angewiesen zu sein, gelangen die Informationen direkt auf Hörgeräte oder Cochlea-Implantate. Gleichzeitig profitieren auch alle anderen Passagiere – etwa in lauten Wartebereichen oder wenn sie bereits Musik oder Podcasts über ihre Kopfhörer hören.

Auracast wird zunehmend Realität – auch im öffentlichen Raum

Noch vor wenigen Jahren wurde Auracast vor allem als Zukunftstechnologie präsentiert. Hersteller von Hörgeräten, Smartphones und Audioprodukten zeigten Szenarien, in denen öffentliche Durchsagen direkt auf persönliche Endgeräte übertragen werden. Mit den Projekten in Frankfurt und München werden diese Visionen nun zunehmend Realität.

Ein großer Vorteil der Technologie bleibt dabei ihre vergleichsweise einfache Integration. Flughäfen müssen keine komplett neue Infrastruktur aufbauen, sondern können bestehende Durchsagesysteme mit Auracast-Sendern ergänzen. Genau dieser Plug-and-Play-Ansatz hatte bereits in Frankfurt überzeugt.

Nächster Schritt für barrierefreie Flughafenkommunikation

Für das Sittig Technologies, das auch die Integration in Frankfurt betreute, ist das Münchner Projekt ein weiterer wichtiger Meilenstein. Nach den Erfahrungen in Frankfurt soll nun gezeigt werden, wie sich Auracast an einem weiteren großen europäischen Luftverkehrsdrehkreuz in den Regelbetrieb integrieren lässt.

Spannend wird vor allem die Frage sein, wie die Passagiere das Angebot annehmen. Bereits während der Frankfurter Testphase wurde deutlich, dass nicht die technische Umsetzung die größte Herausforderung darstellt, sondern die Sichtbarkeit der neuen Funktion. Viele Reisende kennen Auracast bislang nicht oder wissen nicht, dass ihre Geräte die Technologie bereits unterstützen.

Mit dem Start in München wächst nun die Zahl der Orte, an denen Reisende Auracast im Alltag erleben können. Sollte sich die Technologie auch hier bewähren, dürfte der Druck auf weitere Flughäfen steigen, ähnliche Lösungen einzuführen.