Home | Branche | Wechsel an der Spitze der AEA: Europäische Hörakustik stellt Weichen für die Zukunft
Branche

Wechsel an der Spitze der AEA: Europäische Hörakustik stellt Weichen für die Zukunft

Die Europäische Vereinigung der Hörakustiker (AEA) hat ihre Führung neu aufgestellt: Im Rahmen der jährlichen Mitgliederversammlung wurden nicht nur ein neuer Präsident gewählt, sondern auch langjährige Funktionsträger verabschiedet. Für die europäische Hörakustik markiert der Wechsel einen wichtigen Schritt, da die Organisation seit vielen Jahren als zentrale Plattform für die Zusammenarbeit der nationalen Berufsverbände gilt.

Wechsel an der Spitze der AEA: Europäische Hörakustik stellt Weichen für die Zukunft
Foto (v.l.n.r.) Eberhard Schmidt, biha-Präsident, Benoît Roy (Frankreich), ehem. AEA-Präsident, Dario Ruggeri (Italien), AEA-Präsident, Mark Laureyns (Belgien), ehem. AEA-Präsident und Marianne Frickel, ehem. AEA-Präsidentin (Bild: © biha / AEA).

Was ist die AEA und wie unterscheidet sie sich von der EUHA?

Die AEA, die European Association of Hearing Aid Professionals, ist der europäische Dachverband nationaler Berufsorganisationen der Hörakustik. Sie vertritt nach eigenen Angaben mehr als 40.000 Hörakustiker aus derzeit 14 Mitgliedsländern und setzt sich vor allem für die Interessenvertretung auf europäischer Ebene sowie für Fragen der Versorgungsqualität und Berufspolitik ein. Anders als die EUHA, die als Fachverband mit Sitz in Deutschland vor allem einzelne Hörakustiker, Wissenschaftler und weitere Akteure der Branche zusammenbringt und ihren Schwerpunkt auf Fortbildung und fachlichen Austausch legt, ist die AEA ein Zusammenschluss nationaler Verbände, der deren gemeinsame Positionen gegenüber europäischen Institutionen vertritt. Zu den Mitgliedsländern zählen Österreich, Belgien, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Italien, Luxemburg, Malta, die Niederlande, Polen, Portugal, Rumänien, Spanien und die Schweiz.

Neue Führung der AEA und Veränderungen im Präsidium

Wie aus einer Mitteilung der Bundesinnung der Hörakustiker hervorgeht, wurde Mark Laureyns aus Belgien nach zwölf Jahren Amtszeit aus dem ehrenamtlichen Amt verabschiedet. An der Feierstunde nahmen auch die ehemaligen Präsidenten Benoît Roy aus Frankreich sowie Marianne Frickel aus Deutschland teil.

Gleichzeitig erfolgte die Amtsübergabe von Marianne Frickel an den biha-Vizepräsidenten Boris Ricking. Er wird künftig gemeinsam mit biha-Präsident Eberhard Schmidt die europäischen Interessen der biha vertreten und die Arbeit innerhalb der europäischen Verbandsstrukturen mitgestalten.

Zum neuen Präsidenten der AEA wurde der Italiener Dario Ruggeri gewählt. Er war zuvor Generalsekretär der Organisation und bringt damit umfassende Erfahrung in den europäischen Verbandsstrukturen mit. Die Bundesinnung betont, dass sie seit vielen Jahren eng mit Ruggeri zusammenarbeitet und der weiteren Kooperation positiv entgegensieht.

Marianne Frickel prägte die europäische Hörakustik über Jahrzehnte

Besondere Aufmerksamkeit galt während der Veranstaltung Marianne Frickel: Sie setzte sich nahezu 30 Jahre lang für den europäischen Gedanken und die Vernetzung der Hörakustik in vielen Ländern ein. Ihr Engagement habe maßgeblich dazu beigetragen, den fachlichen Austausch und die Zusammenarbeit innerhalb Europas zu stärken.

Für ihre Verdienste wurde Frickel bereits vor einigen Jahren mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet. Diese Ehrung unterstreicht die Bedeutung ihres langjährigen Einsatzes für die Branche und die berufspolitische Entwicklung der Hörakustik in Deutschland und Europa.

Rolle der AEA für die europäische Hörakustik

Die Association of the European Hearing Aid Acousticians bündelt die Interessen nationaler Hörakustikverbände auf europäischer Ebene. Ziel der Organisation ist es, den fachlichen Austausch zu fördern, gemeinsame Positionen zu entwickeln und die Weiterentwicklung des Berufsbildes innerhalb Europas zu unterstützen. Darüber hinaus begleitet die AEA Themen wie Aus- und Weiterbildung, Qualitätsstandards sowie gesundheitspolitische Entwicklungen, die für Hörakustiker von Bedeutung sind.

Vor diesem Hintergrund besitzt der Wechsel an der Verbandsspitze auch strategische Relevanz. Neue personelle Konstellationen können Impulse für die zukünftige Zusammenarbeit der europäischen Mitgliedsverbände setzen und bestehende Kooperationen weiter ausbauen.

Mit der Wahl von Dario Ruggeri und der Neuordnung im Präsidium beginnt für die Europäische Vereinigung der Hörakustiker eine neue Phase. Gleichzeitig würdigt die Verabschiedung langjähriger Funktionsträger wie Mark Laureyns und Marianne Frickel deren nachhaltigen Beitrag zur europäischen Zusammenarbeit. Für die Hörakustikbranche ist die personelle Neuausrichtung ein wichtiges Signal für Kontinuität und Weiterentwicklung auf europäischer Ebene.

Tags