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Die 10 häufigsten Gründe, warum Menschen keine Hörgeräte tragen

Über neun Millionen Erwachsene schätzen ihre Hörfähigkeit als eingeschränkt ein, doch viele nutzen keine Hörsysteme. Rund 53 Prozent der Menschen mit Hörminderung sind nicht mit Hörgeräten versorgt, mehr als die Hälfte davon trotz ärztlicher Empfehlung. Studien wie die EuroTrak Deutschland 2025 zeigen zwar eine deutliche Steigerung der Lebensqualität durch Hörsysteme, dennoch entscheiden sich viele Betroffene dagegen. Das sind die häufigsten Gründe dafür:

Die 10 häufigsten Gründe, warum Menschen keine Hörgeräte tragen

1. Hörgeräte sind unangenehm

Unbehagen beim Tragen nennen rund 40 Prozent der Befragten als Grund für den Verzicht, da viele das Gefühl haben, Hörgeräte würden stören oder drücken. Die EuroTrak 2025 bestätigt diese Wahrnehmung bei unversorgten Personen mit Hörminderung, obwohl moderne Geräte leichter und unauffälliger sind. Das mittlerweile veraltete Klischee hält sich jedoch hartnäckig.​

2. Hörminderung nicht schwer genug

32 Prozent der Unversorgten halten ihren Hörverlust für zu gering, um eine Versorgung zu rechtfertigen, und priorisieren andere Gesundheitsaspekte. Erst bei moderaten bis schweren Beeinträchtigungen wird häufiger versorgt. Die EuroTrak Befragung hebt jedoch hervor, dass selbst milde Beeinträchtigungen Kommunikation erschweren und sich negativ auf das Sicherheitsgefühl auswirken.

3. Kosten als Hürde für Hörgeräte  

Laut EuroTrak 2025 kennen ganze 64 Prozent der unversorgten Personen die Kostenübernahme durch die Krankenkassen nicht. Entsprechend wird die Bezahlbarkeit häufig als Hürde genannt – obwohl die Kassen in Deutschland einen großen Teil der Kosten übernehmen.

4. “Ich höre in den meisten Situationen gut genug”

Viele Menschen nehmen trotz Beeinträchtigungen ihre Hörfähigkeit im Alltag als ausreichend war. Die Studie zeigt, dass 32 Prozent der unversorgten Betroffenen ihren Hörverlust nicht als schwerwiegend genug einschätzen. Anpassungen wie das Meiden lauter Umgebungen verstärken diese Haltung.

5. Die Meinung des HNO-Arztes

Einige Menschen verzichten auf Hörgeräte, weil die Hörminderung laut HNO-Arzt nicht für eine Versorgung ausreicht – obwohl Beeinträchtigungen vorhanden sind. Fehlende Empfehlungen bremsen den Weg zum Hörakustiker.

Die 10 häufigsten Gründe, warum Menschen keine Hörgeräte tragen

6. Keine Rückkehr zum “normalen Hören”

Erwartungen an eine vollständige Wiederherstellung werden oft nicht erfüllt, was zu Enttäuschung führt. Hörgeräte kompensieren, ersetzen jedoch kein gesundes Hörorgan. Diese Einsicht kann einer erfolgreichen Versorgung im Weg stehen.

7. Hörgeräte funktionieren nicht gut in lauter Umgebung

Schwierigkeiten in lauter Hörumgebung werden von 33 Prozent als Barriere genannt. Die EuroTrak-Daten zeigen anhaltende Skepsis gegenüber der Leistung in Gruppen oder Verkehrslärm – trotz Fortschritten in der Geräuschunterdrückung und Signalverarbeitung.

8. Die Meinung des Hörakustikers

Auch die Meinung des Hörakustikers wirkt sich auf die Entscheidung aus. Die EuroTrak-Daten zeigen, dass Beratungen nicht immer positiv verlaufen. Vorbehalte nach dem ersten Besuch tragen dazu bei.

9. Wichtigere Prioritäten vorhanden

30 Prozent der Unversorgten priorisieren andere Gesundheitsaspekte wie Herzkrankheiten oder Mobilität. Die Umfrage listet dies unter den Hauptgründen auf, da volkswirtschaftliche Kosten unbehandelter Hörminderungen hoch sind. Dennoch ignorieren viele Menschen die langfristigen Auswirkungen – oder sind sich darüber nicht bewusst.​

10. Tinnitus als zusätzlicher Faktor

Tinnitus hindert manche Betroffene, sich mit einer Hörgeräteversorgung auseinanderzusetzen. Die Studie erwähnt Tinnitus als spezifische Barriere, da er separate Ansätze erfordert. Dabei sind kombinierte Ansätze erfolgsversprechend.

Die EuroTrak Deutschland 2025 unterstreicht, dass Gründe wie Verdrängung und Stigma dominieren, während die Zufriedenheit unter Trägern gleichzeitig hoch ist. Dabei kann eine frühere Versorgung Isolation und gesundheitliche Risiken mindern. Die EuroTrak 2025 zeigt außerdem, dass 97 Prozent der Träger von einer bessere Lebensqualität berichten und 64% aller Hörgeräte-Träger sind der Meinung, dass sie sich schon früher hätten versorgen lassen sollen.