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Hörsturz und Tinnitus im Musikbusiness – ein unterschätztes Gesundheitsrisiko laut Rolling Stone-Liste

Hörschäden wie Hörsturz, Tinnitus und dauerhafte Schwerhörigkeit sind im Musikbusiness keine Seltenheit. Besonders Musiker, die oft und lange intensiven Lautstärken ausgesetzt sind, berichten immer häufiger von Problemen mit dem Gehör. Das Online-Magazin Rolling Stone hat eine umfassende Liste prominenter Beispiele veröffentlicht und benennt darin zahlreiche Künstler, die mit Gehörproblemen leben müssen.

Hörsturz und Tinnitus im Musikbusiness – ein unterschätztes Gesundheitsrisiko laut Rolling Stone-Liste
Bildquelle: unsplash: Junhyeok

Ursachen für Hörschäden bei Musikern: Von Lärm bis Stress

Die Diagnosen reichen von temporären Hörstürzen bis hin zu bleibendem Hörverlust. Die Ursachen sind vielfältig, meist jedoch sind hohe Dauerschallpegel bei Konzerten und im Studio ausschlaggebend. Auch Stress, Vorerkrankungen oder genetische Faktoren können eine Rolle spielen. Laut Fachleuten kommen außerdem Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder Diabetes hinzu. Nicht selten geht ein Hörsturz mit dem Auftreten von Tinnitus einher: einem andauernden, oft störenden Ohrgeräusch, das für Betroffene mit enormer Belastung verbunden ist.

Prominente Musiker und ihre Erfahrungen mit Hörschäden

Die Liste von Rolling Stone führt bekannte Namen aus unterschiedlichen Musikrichtungen auf. Dazu zählen etwa Ozzy Osbourne, der unter chronischem Tinnitus litt, sowie Neil Young, der offen über seine Ohrgeräusche und deren Einfluss auf sein musikalisches Schaffen spricht. Auch Campino von den Toten Hosen, AC/DC Sänger Brian Johnson oder Phil Collins berichten von Hörsturz oder Hörverlust. Musiker wie Eric Clapton und Pete Townshend thematisieren die Folgen extremer Lautstärke in Interviews und geben Einblicke in präventive Maßnahmen und den Umgang mit Hörproblemen.

Selbst legendäre Künstler der Klassik wie Ludwig van Beethoven mussten mit zunehmender Schwerhörigkeit und Taubheit leben. Die Rolling Stone-Liste zeichnet nach, wie vielfältig und präsent das Thema in der Musikgeschichte ist.

Prävention von Hörschäden – Aufklärung für Musiker und Publikum

Um Hörsturz, Tinnitus und Hörverlust zu vermeiden, ist vor allem der Schutz vor hohen Lautstärken wichtig. Aber nicht nur Musiker, sondern auch Menschen, die regelmäßig Konzerte oder Festivals besuchen sind gefährdet. Bereits Lautstärken ab etwa 85 Dezibel können das Gehör schädigen, bei Rock- oder Pop-Konzerten werden oft Spitzenwerte von 100 Dezibel oder mehr erreicht. Deshalb ist es wichtig, geeigneten Gehörschutz zu verwenden, der den Klang erhält, aber den Lärm auf ein sicheres Niveau reduziert. Zudem helfen gezielte Pausen und das Vermeiden von zusätzlichem Lärm, das Gehör zu entlasten.

Technische Maßnahmen wie eine bessere Raumakustik und angepasste Probenzeiten können ebenfalls die Belastung der Musiker reduzieren. Stressreduktion und Entspannung unterstützen ebenfalls die Gesundheit der Ohren.

Die prominente Aufmerksamkeit zeigt: Hörverlust ist ein gesamtgesellschaftliches Thema, das weit über die Unterhaltungsbranche hinausreicht. Für Augenoptiker, Hörakustiker und medizinisches Fachpersonal ergeben sich daraus wichtige Aspekte der Prävention und Beratung. Rolling Stone hat mit seiner Liste einen Beitrag zur Sensibilisierung geleistet und verdeutlicht, dass dauerhafte Hörschäden viele Ursachen haben können – und jeden treffen können.

Quelle: Rolling Stone