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“Ein System, das mitdenkt – und mitwächst”: Simon Müller über die Compass Cloud von Widex

Widex Allure ist schneller, smarter, schöner klingend – eben ein ganzes Stück besser als die Vorgängergeneration Moment. Trotzdem ist die neue Technologieplattform nur ein Stern im gewaltigen neuen Widex-Universum. Diesmal geht es nämlich um das große Ganze – und das Monument hierfür bildet die Compass Cloud. Darüber haben wir mit Head of Audiology Simon Müller gesprochen. Er erklärt uns, wie Widex mit der weltweit ersten Anpass-Cloud einen wahren Paradigmenwechsel vollziehen möchte.

Ein System das mitdenkt – und mitwächst - Simon Müller über die Compass Cloud von Widex

Widex: von Anfang an Pionierarbeit

Wer in der Audiologie zuhause ist, weiß: Innovation ist kein Sprint, sondern ein langfristiges Commitment. Simon Müller – seit 2017 Head of Scientific Audiology, seit September 2024 Head of Audiology – bringt es auf den Punkt: „Man muss Mut haben, neue und andere Schritte zu gehen.“

Ursprünglich wollte man das neue Produkt 2021 auf den Markt bringen. Doch während der Entwicklung der Allure-Plattform, die vor fast 10 Jahren begann, wurde klar: Um wirklich zukunftsfähig zu bleiben, ist eine vollständige, grundlegende Neuausrichtung notwendig – von Technologie, Softwarearchitektur und Anpassphilosophie.

Als wichtigste Innovation in diesem Jahr wird daher nicht die Allure-Plattform selbst präsentiert, die selbstverständlich sämtliche Aspekte erfüllt, die man von einem neuen Technologiechip erwartet – sondern die Compass Cloud: als neue Grundlage für die Zukunftsfähigkeit des Herstellers und des Akustikers.

Sie ist ein weiterer Ausdruck des Pioniergeistes, der dem Hersteller innewohnt: wie bereits die Einführung des ersten digitalen Hörsystems, des CAMISHA-Otoplastikverfahrens oder des Evoke mit der ersten lernfähigen KI. „Ich erinnere mich auch gerne an das Passion, oder an das RIC 10, das kleinste Batterie-Hörgerät seiner Zeit“, so Simon Müller.

Simon Müller Widex Florian Fait pro.meinhoergeraet.de
Simon Müller (l.) von Widex und Florian Fait von pro.meinhoergeraet.de im Gespräch.

Widex ermöglicht Hörakustikern eine Business-Transformation

Bei der Compass Cloud richte man sich nun in erster Linie an Anpassende und Fachgeschäftseignerinnen und -eigner. „Es geht uns um eine Business-Transformation. Aber nicht unseres Businesses, sondern des Hörakustik-Fachgeschäfts“, so Müller. „Diese Transformation passiert automatisch, indem Hörakustiker unsere Tools nutzen, die wir mit der Cloud zur Verfügung stellen.“

Die Cloud selbst trägt hierzu natürlich auch bei. „Es ist eben alles komplett digital, geht fließend ineinander über.“ Müller vergleicht die neue Cloud mit Streaminganbietern: „Die sind ständig up-to-date mit Inhalten, die sie ihren Kunden weitergeben.“

Diese Vorteile für die Akustiker bringt die Compass Cloud mit sich

Simon Müller Head of Audiology Widex Compass Cloud
Simon Müller, Head of Audiology, Widex Deutschland

Wir haben Simon Müller nach ganz handfesten Vorteilen für Akustiker und Endkunden durch die Cloud gefragt. „Wir haben im Vorfeld extrem viele Datenanalysen durchgeführt“, antwortet Müller. „So konnten wir den First Fit noch besser gestalten. Das Hörsystem klingt besser, wodurch Endkunden es häufiger und länger tragen – es klingt angenehmer, klarer. Und nicht zuletzt kann seit Allure PureSound auch für Schwerhörigkeiten von bis zu 80 dB genutzt werden – damit noch mehr Menschen vom Vorteil der außergewöhnlichen Klangqualität profitieren.

Ein weiterer riesiger Benefit für den Workflow: „Durch die Cloud sind sowohl Hörsystem als auch Anpasssoftware immer up-to-date. Es passiert ja manchmal, dass ein Kunde mit demselben Gerät in ein anderes Fachgeschäft kommt, wo die Software noch nicht aktualisiert wurde – da können schnell 15 Minuten vergehen, bis alles wieder kompatibel ist. Dass Gerät und Software immer aufeinander abgestimmt sind, schafft Sicherheit.“

Die Cloud soll den Alltag des Akustikers ganz praktisch und spürbar entlasten. „Es soll weniger administrativ gearbeitet werden, sondern eher am und mit dem Kunden“, argumentiert Müller. Die neue Softwareumgebung sei nicht nur leistungsstark, sondern konsequent nutzerzentriert aufgebaut – mit einem klaren Fokus auf Versorgungsqualität statt Technikverwaltung.

Dabei wurde das Backend bewusst robust gestaltet: Updates, Einstellungen und Konfigurationen laufen zwar cloudbasiert, aber netzwerktolerant. „Selbst mit 3G funktioniert das System zuverlässig“, so Müller. „Das ist wie beim Streaming: Die Datei lädt vielleicht langsamer, aber sie kommt an – und zwar vollständig.“

Widex-Compass Cloud: „Es gibt kein Zurück“

„Cloud und Cloudcomputing ist die Zukunft. Alles andere sehen wir als veraltet“, ist Müller überzeugt. Für Widex bedeutet das: keine punktuelle Weiterentwicklung, sondern ein fundamentaler technischer Umbruch. Die neue Plattform basiert auf einer Cloud-Infrastruktur, die stetige Weiterentwicklung ermöglicht – remote, intelligent, verlässlich, dynamisch und vor allem skalierbar: Neue Services und Funktionen werden in den kommenden Jahren kontinuierlich ergänzt – ganz ohne Modellwechsel oder manuelle Nachrüstung.

Und deshalb gibt es auch keinen Weg mehr zurück, wie Simon Müller bekräftigt: „Wir haben uns entschieden, diesen Weg zu gehen.“ Diesem können sich nun auch Hörakustiker anschließen – und so von der Technologie profitieren: einem System das mitdenkt und mit den Herausforderungen des Berufs wächst.

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