Man trifft in der Branche selten auf eine Persönlichkeit, die akademische Brillanz so unaufgeregt mit dem Pragmatismus des Fachgeschäfts verbindet wie Anja Weinreich. Seit Anfang des Jahres leitet sie die Audiologie bei Unitron. In unserem Gespräch macht sie eines unmissverständlich klar: Die Zeit der passiven Leistungsempfänger ist vorbei. Weinreich brennt für eine Audiologie, in der Endkunden mittels Demo-Tools und Erlebnis zu aktiven Mitgestaltern ihres Hörens werden. Doch sie liefert nicht nur Visionen, sondern mit dem neuen IdO-Modell Insera S-R auch ein weiteres, lang ersehntes Werkzeug für ein echtes Im-Ohr-Comeback innerhalb der Smile Plattform von Unitron. Ein Akku- und Bluetooth Alleskönner, das laut Weinreich schlicht „geil aussieht“. Sie ist außerdem überzeugt, dass sich Hörakustiker durch spezialisierte Tech Tools zur unantastbaren Eigenmarke vor Ort machen können und müssen, um im Wettbewerb die Oberhand zu behalten – ein Plädoyer für mehr Mut, mehr Marge und den Mut zur Lücke im Ohr.

Von der Werkbank in die Chefetage der Audiologie
“Vielfältig, bunt, klar und authentisch”, so beschreibt Anja Weinreich den Klang der Unitron Hörsystem. Und nach dem Treffen wir klar, dass diese Eigenschaften gänzlich auch auf sie zutreffen, denn: man nimmt ihr die Begeisterung für ihren Job sofort ab. Ihr Weg führte sie aus dem Hörsaal in Aalen, wo sie Augenoptik und Hörakustik im Doppelpack studierte, direkt in die Praxis. Bevor sie vor sieben Jahren zu Sonova kam, baute sie in einem Fachgeschäft die gesamte Akustik-Abteilung eigenhändig auf.
Diese Erdung spürt man in jedem Satz. Dass sie heute neben der Audiologie-Leitung auch das Business Development für Private Label verantwortet, ist für sie kein Widerspruch, sondern eine logische Ergänzung. Die Faszination für die Audiologie kam dabei fast durch die Hintertür, als die Professoren sie mit den technischen Grundlagen und dem Spaß an der Anpassung ansteckten. Sie ist eine Verfechterin des technischen Fortschritts, aber immer mit dem Blick auf den echten Nutzen. Stolz berichtet sie von den ersten zuverlässigen, für einen ganzen Hörtag anhaltenden, Akkusystemen im Jahr 2019, weil sie aus der Praxis weiß: Für den Kunden ist das schlicht viel komfortabler. Die Marktanteile der Akku-Hörsysteme geben ihr recht.

Die Befreiung des Endkunden durch Technik
Ein zentrales Thema unseres Gesprächs war die Rolle des Endkunden im digitalen Zeitalter. Weinreich hat hier eine durchaus radikale Vision. Wenn sie eine Sache in der Branche sofort ändern könnte, wäre es die Einführung von Self-Assessment-Tools für Kunden. Über das Smartphone sollen diese in Zusammenarbeit mit dem Fachgeschäft eigenständig Upgrades durchführen können, sowohl in der Probephase als auch nach dem Kauf. Das Ziel ist klar definiert: Der Träger soll aktiv in den Prozess eingebunden werden.
„Wir profitieren von extrem kurzen Entscheidungswegen direkt zur Unitron-Zentrale im kanadischen Kitchener. Das ermöglicht uns einen unmittelbaren und spürbaren Business-Impact für unsere Partner. Egal ob lokal oder global: Wir fackeln nicht lange, sondern führen Entscheidungen zügig herbei, um unseren Kunden maßgeschneiderte Lösungen ohne Zeitverzug zu liefern. Genau diese Agilität und die damit verbundene Vielfältigkeit schätze ich sehr.“ Es ist also dieses Gefühl der Unitron-Familie, das sie antreibt.
Wie sich der Hörakustiker zur eigenen Marke macht
Besonders spannend wurde es, als wir über die Differenzierung im Markt sprachen. Für Weinreich ist das Private-Label-Business ein wichtiger Hebel, um der Online-Vergleichbarkeit zu entfliehen. Wir tragen die volle Verantwortung für die Ausstattung der Linien und bieten den Einkaufsgemeinschaften maximale Flexibilität, erklärt sie.

Doch der wahre Schlüssel zum Erfolg liegt für sie im Service vor Ort. Ihr Rat an die Hörakustiker ist eindeutig: Mach Dich zur eigenen Marke in Deinem Ort. Hierfür liefert Unitron die passenden Tech Tools. Mit Werkzeugen wie Log It All für eine fundierte Geräteempfehlung und transparenten Upgrade-Optionen können Erlebnisse geschaffen werden, die den inhabergeführten Betrieb deutlich von den großen Ketten abheben. Es geht darum, dem Kunden Flexibilität von Anfang an zu bieten und ihn zum Teil der Lösung zu machen. “Das sind aus meiner Sicht die effektivsten Werkzeuge” sagt sie.
Das Comeback im Ohr mit einer Prise Lifestyle
Natürlich kamen wir am Ende auch auf das neue Insera S-R zu sprechen, das lang ersehnte Im-Ohr-Modell auf der aktuellen Plattform. Auf die Frage nach dem schlagkräftigsten Verkaufsargument antwortet Weinreich mit einer entwaffnenden Lockerheit: “Weil es geil aussieht.” In einer Welt, in der Ästhetik immer mehr zum Kaufgrund wird, hat Unitron ein Gerät geschaffen, das seine Technik nicht versteckt. Dank des ERA-Chips ist das System AI-powered, bluetoothfähig und trotzdem ein maßgefertigtes Unikat. Es räumt mit alten Vorurteilen auf, dass man sich bei IdOs zwischen diskretem Design und moderner Konnektivität entscheiden muss. Mit KI-gestützter Automatik, die acht Hörumgebungen erkennt, und einer stabilen Akku-Lösung ist das Insera S-R die Antwort auf die Lifestyle-Wünsche moderner Kunden.
Anja Weinreich ist ein Glücksfall für Unitron. Sie versteht es, die hochtrabenden Begriffe der Audiologie in eine Sprache zu übersetzen, die fesselt und die der Hörakustiker draußen versteht und anwenden kann. Das Insera S-R ist dabei mehr als nur eine Portfolio-Ergänzung; es ist ein Statement für Design und Unabhängigkeit. Wer als Akustiker heute bestehen will, sollte Weinreichs Rat ernst nehmen und sich über Service und exzellente Technik-Tools profilieren. Das neue IdO-Modell liefert dafür ab Ende Januar 2026 die passende Hardware. Unitron ist zurück im Ohr, und das mit einer Souveränität, die der Branche gut tut.




