Starkey dreht im Frühjahr an mehreren Stellschrauben gleichzeitig. Neue Firmware, zusätzliche KI-Funktionen, eine erweiterte Einstiegsplattform und Verbesserungen in der Anpasssoftware. Dazu kommt eine klare Botschaft: weniger Komplexität im Alltag der Hörakustiker. Nun stellte der Hersteller die Neuerungen offiziell in einem Online Launch Event vor.

Im Zentrum der Neuerungen steht ein großes Firmware-Update rund um Omega AI, das Ende Februar ausgerollt wurde. Parallel dazu wächst das Einstiegsportfolio G Series AI um weitere Bauformen. Zusammen mit Anpass- und App-Updates ergibt sich ein Gesamtpaket, das vor allem eines verspricht: mehr KI im Hörsystem und gleichzeitig eine vereinfachte Produktlandschaft.
Konnektivität: Neue Funktionen in der My Starkey-App

Mit dem aktuellen Update zieht der Auracast™ Assistant in die My Starkey-App ein. Damit können Hörsystemträger künftig auch ohne Auracast-fähiges Smartphone auf öffentliche Broadcasts zugreifen. Bislang hatten nur wenige, sehr aktuelle Smartphones diese Möglichkeit integriert. Nun funktioniert das auch bei älteren Smartphones – über die My Starkey-App.
Parallel dazu wird auch die generelle Bluetooth-Kopplung mit Android-Smartphones einfacher. Bislang gab es dort keine einheitliche Lösung – je nach Hersteller war die Kopplungs-Funktion an unterschiedlicher Stelle zu finden. Dank Google Fast Pair wird das vereinheitlicht: Android-Smartphones erkennen nun automatisch Omega-AI-Hörsysteme, sobald sie in der Nähe sind. Mit einem Fingertipp lassen sich diese dann verbinden.
Eine weitere neue Kommunikationsfunktion kommt aus dem Hause Starkey selbst und hört auf den Namen Push-to-Talk. Sie ermöglicht kurze Sprachbotschaften zwischen zwei Nutzern mit Omega-AI-Systemen auf Technikstufe 24, direkt über die MyStarkey-App und ohne zusätzliche Dienste. Ergänzt wird das Ganze durch den neuen Gen AI Smart Assistant. Dieser erlaubt es, per Sprachbefehl Programme zu wechseln, Erinnerungen zu setzen oder allgemeine Fragen zu stellen. Für die Detektion der Sprache werden die Mikrofone in den Hörsystemen verwendet.
Und nicht zuletzt verbinden sich Starkey-Hörsysteme nun automatisch mit dem StarLink Edge TV Streamer – das ist jetzt standardmäßig eingeschaltet, kann aber auch deaktiviert werden.
Neue Pro-Funktionen für Hörakustiker
Daneben hat Starkey die Anpasssoftware Pro Fit weiterentwickelt. Nun lässt sich der Edge Modus beliebig für die Taster des Hörsystems programmieren. Eine weitere Funktion, die sich viele Hörakustiker gewünscht haben: Man kann nun im Data Log einsehen, wie oft und wie lang der Edge Modus verwendet wurde.

Ein weiteres Detail betrifft die Nutzung im Alltag. Bei Im-Ohr-Hörsystemen mit Akku wurde die Einschaltverzögerung verlängert. Da aus Platzgründen auf LED-Signale verzichtet wird, ertönt der Startton nun erst zehn Sekunden nach dem Herausnehmen aus der Ladestation. So bleibt dem Kunden genug Zeit, das Hörsystem einzusetzen.
Außerdem führt Starkey das Tool Sitzungsnotizen ein. Dort lässt sich ganz einfach dokumentieren, welche Schritte während einer Anpassung vorgenommen wurden und welche Alltagssituationen der Kunde angesprochen hat. Die Notizen lassen sich direkt in NOAH einsehen oder exportieren und sollen vor allem eines sparen: Zeit bei der Dokumentation.
Verbesserte Vent Options 2.0
Auch audiologische Funktionen wurden erweitert – darunter die Vent Options 2.0. Diese berücksichtigen die tatsächliche akustische Situation des gewählten Ventings deutlich genauer. Auf Basis der beim Rückkopplungstest gewonnenen Messdaten wird das akustische Modell des Ohrs aktualisiert und die Zielkurvenkonstruktion entsprechend angepasst. Dadurch kann das Grundfitting realistischer an die effektive Tragesituation – etwa bei unterschiedlichen Ventgrößen, Domes oder Otoplastiken – angepasst werden.
Starkey erweitert sein G Series AI Portfolio für die Einstiegsklassen

Parallel zum großen Software-Update erweitert Starkey auch sein Einstiegsportfolio. Die G Series AI erhält zwei neue Hinter-dem-Ohr-Modelle sowie ein akkubetriebenes RIC R. Damit zieht die Akkuoption auch im Einstiegssegment ein. Das RIC-Modell erreicht laut Hersteller eine Laufzeit von bis zu 51 Stunden pro Ladung.
Die beiden neuen HdO-Varianten setzen auf eine 13er Batterie und sind für stärkere Hörverluste ausgelegt. Mit bis zu 15 Tagen Batterielaufzeit verspricht Starkey eine deutliche Verbesserung gegenüber der Vorgängergeneration Evolv AI. Das RIC-Modell gibt es in Technikstufen 10, 12 und 16 – die beiden HdOs sogar zusätzlich in 20 und 24. Technologisch basiert auch die G Series AI auf der Neuro Sound Plattform. Damit profitieren selbst Einstiegsgeräte von zentralen Entwicklungen der Premiumsysteme. Dazu gehört beispielsweise auch die Pro8 HydraShield-Beschichtung, welche die Hörgeräte deutlich robuster macht.

Ein wichtiger Punkt für viele Fachgeschäfte ist dabei die vereinfachte Struktur im Portfolio. Während früher unterschiedliche Apps, Zubehör und Softwarelösungen im Einsatz waren, setzt Starkey nun konsequent auf ein einheitliches System. Alle Bauformen lassen sich über die Anpasssoftware Pro Fit programmieren, und für Nutzer steht durchgehend die MyStarkey-App zur Verfügung. Gleichzeitig bleiben sie kompatibel mit der StarLink Zubehörfamilie. Auch Komponenten wie Hörer oder Ladestationen sind über die Produktfamilien hinweg kompatibel. Dadurch entsteht weniger Erklärungsaufwand für den Akustiker und letztlich ein effizienterer Anpassprozess.
Mit frischem Sortiment startet Starkey ins Frühjahr: Durch das umfangreiche Firmware-Update rund um Omega AI, erweiterte KI-Funktionen und neue Konnektivitätslösungen profitieren sowohl Hörsystemträger als auch Hörakustiker von mehr Komfort und Effizienz im Alltag. Gleichzeitig sorgt die Ausweitung des Einstiegsportfolios bei gleichbleibender technologischer Basis für mehr Zugänglichkeit moderner Hörsysteme. Weitere Infos findet Ihr hier.




