Widex gilt als Pionier, wenn es um KI-Features für Hörgeräte-Nutzer geht: Bereits 2018 kam eine Funktion, die in schwierigen Hörsituationen nach Bedarf Klangvorschläge liefert und dabei das Nutzerverhalten lernt. Wer heute die Allure App von Widex öffnet, findet dort zwei fortschrittliche Features, die allerdings nach wie vor auf diesem Prinzip basieren: den AI Sound Assistant und den AI Quick Assistant. Beide Tools stellen mithilfe von KI sicher, dass Hörgeräteträger auch dann zuverlässig Unterstützung finden, wenn kein Hörakustiker greifbar ist.

Widex: Pionier für KI-Features für Endkunden
2018 hat Widex mit SoundSense Learn ein Tool in die App integriert, das damals völlig neu war: Künstliche Intelligenz ermöglichte zum ersten Mal, dass Nutzer sich in schwierigen Hörsituationen selbst helfen konnten – indem sie sich anhand neuer Klangvorschläge Schritt für Schritt im A/B-Vergleich zum gewünschten Ergebnis tippten.
Und heute? Bei der aktuellen Allure-Plattform spielt KI eine größere Rolle denn je: Nutzer profitieren dabei insbesondere von zwei Tools: dem AI Sound Assistant und dem AI Quick Assistant – beide fußen nach wie vor auf der ursprünglichen Idee, sind aber das Ergebnis jahrelanger Optimierung und Weiterentwicklung.
Über die Allure App stehen einem dabei zwei Ansätze zur Verfügung, die sich perfekt ergänzen: Während man mit dem AI Sound Assistant Schritt für Schritt zum idealen Ergebnis geführt wird, liefert der AI Quick Assistant eine sofortige Klangverbesserung, die auf einem riesigen Big Data Pool basiert. Beide haben dasselbe Ziel: dem Nutzer in schwierigen Hörsituationen ein Tool zur Hand zu geben, mit dem er direkt Unterstützung erhält.
Schritt für Schritt zum idealen Klang: der AI Sound Assistant von Widex

Wer den AI Sound Assist startet, wird zunächst durch eine klassische Abfrage geführt: In welcher Situation befindet man sich, und was soll klanglich verändert werden? Danach beginnt der eigentliche Prozess.
Die App spielt dem Nutzer nacheinander unterschiedliche Klangvarianten aus, die miteinander verglichen werden. Es geht nicht um absolute Einstellungen, sondern um Präferenzen. Welche Variante wirkt angenehmer, klarer, entspannter?
Aus diesen Entscheidungen entwickelt das System schrittweise ein Profil, das auf die jeweilige Hörsituation zugeschnitten ist. Und wenn der Nutzer mit dem Klangvorschlag zufrieden ist, kann er ihn als Programm abspeichern, um es in ähnlichen Situationen wieder abzurufen.
Sofortige Klangoptimierung per Knopfdruck mit dem AI Quick Assistant

Während der Sound Assistant Zeit und Interaktion voraussetzt, ist der AI Quick Assistant auf eine schnelle Lösung ausgelegt. Statt einen A/B-Vergleichsprozess zu durchlaufen, greift er auf vorhandene Daten zurück.
Diese Daten stammen aus realen Nutzungssituationen: Die Grundlage hierfür bilden die von Nutzern weltweit durchgeführten A/B-Vergleiche über den AI Sound Assistant. Das sind etwa 32.000 Datensätze.
Das Hörsystem nimmt eine Big-Data-Analyse vor, gleicht all diese Daten also mit der vorliegenden Hörsituation ab, erkennt typische Muster und fasst diese in Gruppen zusammen – daraus entstehen schließlich Vorschläge, aus welchen der Nutzer wählen kann.
Widex AI Sound Assist und AI Quick Assist: Wie genau funktioniert das?

Die KI verändert den Klang anhand eines Drei-Band-Equalizers für Tiefen, Mitten und Höhen. Das klingt zunächst nicht besonders aufwändig, aber rechnerisch ergeben sich eine enorme Anzahl möglicher Kombinationen. Die Klanganpassung könnte der Nutzer anhand des Equalizers theoretisch auch manuell vornehmen – aber bekanntlich führen solche eigenständig vorgenommenen Optimierungsversuche häufig nicht zu einer tatsächlichen Verbesserung.
Da die Klangvorschläge der KI-Tools von Widex auf echten, als positiv wahrgenommenen Klangergebnissen aus ähnlichen Nutzerszenarien basieren, besteht hier nicht die Gefahr von Überoptimierung. Darüber hinaus reduzieren sie die Komplexität auf eine Abfolge von Entscheidungen, die für den Nutzer handhabbar bleibt.
Die Eingriffe bewegen sich übrigens immer in einem technisch nachvollziehbaren Rahmen. Je nach Frequenzbereich sind Abweichungen von 6 bis 12 dB gegenüber der vom Hörakustiker vordefinierten Grundeinstellung möglich.
Widex liefert Infos, die dem Hörakustiker normalerweise verborgen bleiben
Für den Nutzer passiert all das im Hintergrund – Hörakustiker können diese Veränderungen im Nachhinein jedoch einsehen. Die Nutzung der KI-Features liefern wertvolle Einblicke und Hinweise darauf, was noch optimiert werden sollte. Jedes gespeicherte Programm liefert indirekt eine Rückmeldung darüber, welche Klangcharakteristik in welcher Hörsituation bevorzugt wird.
Genau an diesem Punkt werden der AI Sound Assistant und der AI Quick Assistant auch für Hörakustiker interessant. Sie liefern echte Daten aus Situationen, in welchen der Nutzer unzufrieden war – Situationen, die dem Hörakustiker normalerweise verborgen bleiben.
Werden diese Informationen in die Feinanpassung beim nächsten Termin einbezogen, entstehen Optimierungen für den echten Alltag. Die KI-Features von Widex haben dadurch das Potenzial, den Anpassungsspielraum des Akustikers wesentlich zu erweitern.
Mit dem AI Sound Assistant und dem AI Quick Assistant kombiniert Widex also zwei Ansätze, welche die Nutzer dort abholen, wo der Hörakustiker normalerweise nicht eingreifen kann. Der Kunde fühlt sich dadurch sicherer, während der Akustiker wertvolle Informationen erhält, die er sonst nicht hätte, und diese in die Anpassung mit einfließen lassen kann: Also Win-Win.




