Wir haben Starkey-CEO Brandon Sawalich gefragt: Welche Erwartungen stellen Nutzer in den kommenden fünf Jahren an Hörsysteme? Seine Antwort: „Die Soundqualität muss überzeugen, das Hörsystem wird sich zum persönlichen Assistenten entwickeln und gleichzeitig wird die Rolle des Hörakustikers zentral bleiben“ – welche dieser Punkte spielen bei Starkey schon heute eine Rolle?

Starkeys Soundqualität: Von Genesis AI zu Omega AI
Mit Genesis AI hat Starkey 2023 eine grundlegende Neuausrichtung begonnen. Prominent platziert wurde damals die nun völlig neuartige Signalverarbeitung über ein Deep Neural Network. Bei der aktuellen Generation Omega AI geht die DNN-Verarbeitung weit darüber hinaus: Sogar die Richtwirkung wird über KI gesteuert, wodurch die Raumwahrnehmung extrem natürlich wird, bei gleichzeitig besserer Sprachfokussierung. Diese KI-Technologien haben eine enorme Auswirkung auf die Soundqualität.

Doch es gibt weitere Aspekte, die hierauf einzahlen, von welchen jedoch weniger häufig gesprochen wird: zum Beispiel die Eingangsdynamik – laut Starkey die höchste am Markt. Seit der Genesis AI-Generation profitieren Starkey-Nutzer von einer Eingangsdynamik von 118 dB, was sehr nah an der des natürlichen Hörvermögens ist: 120 bis 130 dB. Starkey-Hörsysteme können dadurch leise wie laute Signale authentisch abbilden, was zu einem entspannteren und natürlicherem Höreindruck führt.
Was ebenfalls oft unterschätzt wird, wenn man über Klangqualität spricht, ist der Streaming-Klang. Immerhin verbringen Hörgerätenutzer häufig viel Zeit mit Telefonaten, dem Streaming von Musik oder auch beim Fernsehen.
Auch hier profitieren Starkey-Anpasser seit der Vorgängergeneration von Vorteilen, die andere Hersteller nicht bieten: Die Anpasssoftware Pro Fit ermöglicht nämlich die Anpassung des Streaming-Sounds in der Live-Situation – während das Hörgerät weiterhin mit Pro Fit verbunden bleibt. Das heißt: Kein ständiges Koppeln und Entkoppeln mehr während der Anpassung, kein erneutes Pairing. Streaming lässt sich unmittelbar mit dem Kunden bewerten und feinjustieren. Das spart enorm viel Zeit und erhöht die Beratungsqualität.
Das Hörsystem als persönlicher Assistent
Es gibt einen Trend, der sich in den nächsten Jahren weiter verstetigen werde, laut Brandon Sawalich. Das Hörsystem werde immer mehr zum persönlichen Assistenten. Sawalich spricht in diesem Zusammenhang oft von Superhuman Hearing. Häufig nutzt er hier den Vergleich mit J.A.R.V.I.S., dem Personal Assistant im Ohr von Iron Man, der ihn zur „besten Version seiner selbst macht“. Hörsysteme müssten laut Sawalich mehr als das verstanden werden, was sie zunehmend seien: smarte, vernetzte Assistenzsysteme.
Diese Entwicklung macht sich in der gesamten Branche bemerkbar: Smartphone-Anbindung, Streaming-Funktionen, App-Steuerung, KI-gestützte Personalisierung – und Starkey gehört hier zu den Branchenführern. Ganz neu ist beispielsweise die Push-to-Talk-Funktion, mit der sich zwei Nutzer der Omega AI 24-Hörsysteme Sprachnachrichten hin- und herschicken können. Ebenfalls neu: Der Auracast Assistant, der die aktuellen Hörsysteme unabhängig vom Smartphone mit Auracast-Streams verbinden kann. Dazu kommen Gesundheitsfunktionen wie der Balance Builder, mit dem der Nutzer seinen Gleichgewichtssinn trainieren kann sowie den Sturzalarm, der bei einem Sturz eine Nachricht an einen vorangelegten Notfallkontakt schickt.
Und auch KI-Funktionen wie TeleHear-AI werden in diesem Zusammenhang vermehrt eine Rolle spielen: Das KI-Tool erlaubt es Nutzern, Hörprobleme direkt über die My Starkey-App zu schildern – etwa Schwierigkeiten im Restaurant oder störende Hintergrundgeräusche. Daraufhin nimmt das Hörsystem Parameteranpassungen vor, die der Nutzer dann abrufen und als Programm abspeichern kann.

TeleHear AI von Starkey: Smartes Tool, das den Fachhandel entlasten kann
Parallel dazu wächst bei manchen Hörakustikern die Sorge, dass solche automatisierten Systeme die Rolle des Anpassers langfristig obsolet machen könnten. Diese Sorge kann Starkey jedoch nehmen. Ganz im Gegenteil hilft TeleHear AI nämlich dabei, noch besser in den Prozess eingebunden zu sein. Man kann über diese Funktion nachvollziehen, welche Änderung der Kunde zu welchem Zeitpunkt vorgenommen hat. Damit liefert das Tool echte Rückmeldungen aus realen Alltagssituationen und gibt dem Akustiker Einblicke, die er sonst nicht hätte.
Insbesondere bei Personalmangel im Fachgeschäft kann TeleHear AI durchaus Entlastung schaffen. Wer es richtig nutzt, kann effizienter arbeiten und so Anpassungstermine einsparen. Dadurch entsteht mehr Zeit für komplexere Fälle, Beratungsgespräche und die Neukundenversorgung. Übrigens: Der Nutzer kann nicht beliebig viele Hörprogramme mithilfe von TeleHear AI erstellen – lediglich eines. Alle weiteren Anpassungen, beispielsweise das Erstellen zusätzlicher Hörprogramme, obliegen dem Hörakustiker. Und letzten Endes bleibt das Tool ohnehin optional: TeleHear AI muss erst vom Hörakustiker freigeschaltet werden, bevor der Kunde es einsetzen kann.

Partnerschaft auf Augenhöhe: Starkeys Fokus auf den inhabergeführten Fachhandel 2026
Brandon Sawalich ist der Meinung, je komplexer Hörtechnologie werde, desto wichtiger werde die Fachperson, die sie anpasst. Auch in Zukunft müssen Hörsysteme professionell programmiert, individuell eingestellt und versorgungsstrategisch eingeordnet werden – immerhin ist jedes Ohr anders und jede Hörsituation individuell. Und auch wenn die Bedienung für den Endkunden künftig einfacher werde – plug-and-play werde ein professionelles Hörsystem wohl niemals sein, sagt Sawalich.
Starkey spricht sich daher ganz klar für das Know-how des Hörakustik-Handwerks aus. Das zeigt sich nicht nur in den Produkten: Der Hersteller versteht sich als zuverlässiger, unabhängiger Partner für inhabergeführte Hörakustikbetriebe. Im Jahr 2026 wird dieser Fokus weiter ausgebaut – mit stärkerer regionaler Präsenz im Außendienst, einem erweiterten Innendienst mit festen Ansprechpartnern sowie einem vergrößerten Trainerteam, um die Fachbetriebe noch persönlicher betreuen zu können.
Wer mit Herstellern arbeitet, die Hörtechnologie, Innovationsgeist und die Nähe zum Fachhandel vereinen, verschafft sich einen Wettbewerbsvorteil. Und vielleicht ist genau das der entscheidende Punkt: Nicht die Frage, ob Technologie den Menschen ersetzt – sondern welche Hersteller Technologie so entwickeln, dass sie den Menschen stärkt.




