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Linkspartei fordert Abschaffung von Zuzahlungen für Hörgeräte, Brillen und Zahnersatz

Im Rahmen des Wahlkampfes für die Europawahl thematisiert die Linkspartei neben einem umfassenden, sozialen Umbau des Gesundheitssystems nun auch die Zuzahlungen, unter anderem für Hörgeräte. Sie fordert die Abschaffung von privaten Zuzahlungen für Zahnersatz, Hörgeräte und Brillen. Diese Forderung wurde von Gerhard Trabert, einem renommierten Sozialmediziner und Mitglied des Spitzenteams der Linkspartei für die Europawahl, gegenüber dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ erhoben. Nun sind wir kein politisches Medium, und wollen das auch nicht sein, aber die Überschrift der Meldung erregte dann doch unser Interesse.

Trabert betonte die Notwendigkeit einer Gesundheitsversorgung, die ohne zusätzliche finanzielle Belastung auskommt, insbesondere im Alter. „Für ein würdevolles Leben im Alter braucht es nicht nur eine angemessene Rente, sondern auch eine Gesundheitsversorgung, die alle Bedarfe ohne Zuzahlungen abdeckt“, unterstrich er. Er argumentierte, dass Personen, die ein Leben lang in die Renten- und Krankenversicherung eingezahlt haben, ein Recht auf eine umfassende medizinische Versorgung haben sollten.

„Ältere Menschen sind besonders oft auf medizinische Leistungen angewiesen“, sagte der Sozialmediziner außerdem. Doch 43 Prozent lebten von einer Rente von unter 1.250 Euro. „Wie soll man da die Zuzahlungen bezahlen?“

Ein zentraler Punkt der Forderung ist die Kostenübernahme für Zahnersatz, Brillen und Hörgeräte durch die Krankenkassen ohne jegliche Zuzahlungen seitens der Patienten. Trabert wies darauf hin, dass die finanzielle Belastung durch Eigenanteile gerade für Menschen mit niedrigen Renten besonders schwer wiegt. Insbesondere beim Thema Zahnersatz seien die steigenden Eigenanteile ein Problem. Er machte deutlich, dass der Zustand der Zähne in Deutschland stark mit der finanziellen Situation der Betroffenen zusammenhängt.

Ein Drittel der Menschen sei im Alter auf Hörgeräte angewiesen

Zwar würden Hörgeräte mit bis zu 685 Euro von den Krankenkassen bezahlt, aber viele Hörgeräte, auf die Menschen medizinisch angewiesen sind, kosteten mehr, beklagte Trabert. „Es ist eine Klassenfrage, wer ein Hörgerät bekommt, das etwas taugt.“

Der Verein Für soziales Leben e.V. wies in diesen Zusammenhang darauf hin, dass nur Personen, die im Alter oder bei Erwerbsminderung staatliche Grundsicherung beziehen, die Möglichkeit haben, sich von den Zuzahlungen befreien zu lassen. Zusätzlich erhalten sie einen doppelten Festzuschuss von ihrer Krankenkasse für Zahnersatz. Trotz dieser Unterstützung reichen die finanziellen Mittel manchmal nicht aus, um neue Zähne, Hörgeräte oder Brillen zu finanzieren.

Des Weiteren plädierte Trabert dafür, dass Menschen, die auf Sehhilfen angewiesen sind, alle drei Jahre Anspruch auf eine kostenfreie neue Brille haben sollten. Er betonte, dass die derzeitige Situation eine Klassenfrage sei, insbesondere in Bezug auf die Qualität der medizinischen Versorgung.

Eine urlinke Idee und Forderung der Linkspartei nach Abschaffung von Zuzahlungen für Zahnersatz, Hörgeräte und Brillen also. Der Gedanke an sich ist sicherlich reflektierbar, zielt er doch darauf ab, eine gerechtere und zugänglichere Gesundheitsversorgung für alle Bürgerinnen und Bürger sicherzustellen – unabhängig von ihrem Einkommen oder sozialen Status. Der Vorschlag beabsichtigt auch, das Thema Altersarmut in der öffentlichen Debatte zu fokussieren. Aber wie gesagt: die Rentnerinnen und Rentner sind eine nicht vernachlässigbare Wählerschaft. Und dass unser Gesundheitssystem kostenseitig eh schon an seine Grenze stößt, kurz vor dem Kollaps steht und daher als reformwürdig gilt, darf hierbei auch kommentiert werden.

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